#13 Achtsamkeit

Achtsamkeit - Das verbinden viele mit Yoga oder Meditation. Doch was heißt es eigentlich?
Achtsamkeit, das heißt so viel wie "Ich nehme wahr" und zwar genau das, was in diesem Moment passiert. Denken Sie einmal darüber nach wo Sie sich die meiste Zeit gedanklich aufhalten: In der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft?
Bei der Achtsamkeit geht es darum, in der Gegenwart zu sein. Denn dies hat viele Vorteile: Wenn ich in der Gegenwart bin, dann kann ich leichter feststellen und eingreifen, wenn meine Gedanken abschweifen. Sie haben auch die Möglichkeit nicht Ihren Impulsreaktionen nachzugehen, sondern zuerst über mögliche Handlungsalternativen nachzudenken. Nehmen wir ein Beispiel: Sie sind morgens auf dem Weg zur Arbeit und sind spät dran. Der Verkehr ist zäh und nun stehen Sie auch noch an einer roten Ampel , die einfach nicht grün werden will. Sie sind genervt und wollen einfach nur weiter, in Gedanken sind Sie bereits auf der Arbeit und denken darüber nach, dass eine Besprechung ohne Sie anfängt oder was für einen Ärger Sie wohl bekommen werden, weil Sie zu spät sind. Oder Sie sind noch in der Vergangenheit und ärgern sich über sich selbst, dass Sie so sehr getrödelt haben oder nicht rechtzeitig aufgestanden sind. Ihre Impulsreaktion: Hupen, Fluchen, sich ärgern. Der Puls steigt.
An dieser Stelle kann die Achtsamkeit hilfreich sein. Anstatt Ihrer Impulsreaktion nachzugehen, greifen Sie nun ein und werden ganz ruhig. Sie können sich zum Beispiel auf Ihren Atem konzentrieren. Dann nehmen Sie Ihre Gefühle war: Sie sind genervt. An dieser Stelle kommt eine Säule der Resilienz ins Spiel: Die Akzeptanz. Die Situation ist nicht zu ändern, die Ampel wird nicht grün, wenn Sie sich aufregen. Sie bleiben also ruhig und im Hier und Jetzt.
Das Gute ist: Auch die Achtsamkeit kann trainiert werden. Und das mit ganz einfachen kleinen Übungen, die Sie nicht viel Zeit kosten und zu denen Sie keine Hilfsmittel benötigen. Ich möchte Ihnen gerne zwei davon vorstellen: Das "Achtsame Gehen" und den "Bodyscan". 
Das achtsame Gehen können Sie jedes Mal üben, wenn Sie gehen. Konzentrieren Sie sich genau auf Ihren Gang. Die folgenden Fragen können helfen: Wie fühlen sich meine Füße an? Wie fühlt sich der Untergrund an, auf dem ich laufe? Wie fühlen sich meine Beine? Was machen meine Arme, während ich gehe? Wenn Sie merken, dass Ihre Gedanken abschweifen, können Sie diese liebevoll zurück auf Ihren Gang lenken. Üben Sie dies immer wieder. Es wird Ihnen mit der Zeit leichter fallen und schneller für mehr Entspannung sorgen. Berichten Sie mir gerne. 
Die zweite Übung ist der Bodyscan. Hierbei geht es darum seinen Körper "abzuscannen". Am Anfang gelingt dies am besten in ruhigen Momenten, zum Beispiel gleich morgens nach dem Aufwachen oder abends vor dem Einschlafen. Zuerst fühlen Sie in sich hinein: Wie geht es mir? Wie fühle ich mich? Anschließend gehen Sie Körperregion für Körperregion durch. Sie können am Kopf beginnen oder an den Füßen. Ich persönlich bevorzuge an den Füßen zu beginnen. Sie können anfangen mit folgenden Fragen: Wie fühlen sich meine Zehen an? Wie meine Füße? usw. bis sie Ihren ganzen Körper einmal abgefragt haben.
Auch bei dieser Übung freue ich mich über Ihre Erfahrungen, die Sie mir gerne per E-Mail schicken dürfen.
Ich freue mich auf Ihre Nachrichten.
Allerliebste Grüße,
Ihre Nadine Kremer